Die Anfänge unseres Song-Projektes liegen schon längere Zeit zurück.

Vor einigen Jahren hatten Christine Daue - die Leiterin des Jugendzentrums der Stadt - und Marco Ponce-Kärgel - Medienpädagoge aus Berlin -  die Idee, ein Hör-Feature über das Alte Waldbad in Bad Bramstedt zu produzieren. Bei der Recherche zu den historischen Hintergründen ist ihnen das erste mal das "Bad Bramstedt Lied" begenet, in dem Buch "Bad Bramstedt in den Zeiten" des Heimatforschers Jan-Uwe Schadendorf. Obwohl sie sehr gespannt und voller Ideen waren, fehlten dann doch die Zeit und das Geld, weiter an der Waldbad-Geschichte zu arbeiten - das "Bad Bramstedt Lied" verklang fürs Erste wieder in uns.

2016 veranstalteten sie dann einen medienpädagogischen Workshop mit Fünft- und Sechstklässler*innen, in dem sie zusammen deren Lieblingsorte in der Stadt beuschtenm und diese "belauschten": wie klingt den eigentlich die Roland-Oase, der Bleeck, die Kirche mit dem Friedhof? Aus diesem Workshop "Bad Bramstedt hören" resultierte eine DVD, die man durchaus als alternativen, kinderorientierten Audio-Guide der Stadt hören kann. Als Zwischenmusik für die einzelnen Beiträge kroch das "Bramstedt Lied" ein zweites Mal ins Ohr - so wurde es mit den Kids aufgenommen und als Instrumental-Version dazugeschnitten. Da erregte es das erste Mal auch größere Aufmerksamkeit in der Stadt, wohlgemerkt erst nachdem wir den Interessierten erzählt hatten, worum es sich überhaupt handelt.

Dann schliesslich sollte das Lied doch noch zu eigenen Ehren kommen. Das jetzige Song-Projekt sollte am Anfang lediglich als weiteres medienpädagogisches Projekt mit Kindern aus der Stadt - einfach das Lied vorstellen, einüben und schließlich im Tonstudio des JUZ aufnehmen. Nach und nach aber nahm es einen ganz eigenen Klang an und töänte immer lauter - jede und jeder, denen wir davon erzählten, wollte mit bei den Aufnahmen dabei sein und sich auf der CD verewigen! Es bedurfte einiger logistischer Anstrengungen, alle Musiker*innen unter einen Hut zu bekommen, schließlich war Marco ja nicht ständig vor Ort präsent und abrufbar, sondern die Hauptaufnahmetermine mussten wohlkoordiniert in einer einzigen Woche stattfinden. Sie hatten in dieser Woche insgesamt rund 60 Menschen im Studio, ein Kommen und Gehen, ein großes spaßiges Singen, Spielen, Hören!

Und auch außerhalb des Studios fand unser Projekt Anklang: einige wollten die Aufnahmen für ihr Stadtfest benutzen, andere spekulierten darüber, ob sie auch den schwierigen und charakteristischen Rhytmuswechsel von 3/4- 4/4-Takt beibehalten und hinzubekommen würden, wieder andere steuerten historosche und musikalische Kommentare bei. Sie dachten ursprünglich, sie würden das Lied aus einer Art Dornröschen-'Schalf erwecken, weil es in den Jahrzehnten und einem knappen Jahrhundert vielleicht vergessen worden war (oder zumindest unter den jungen Menschen nicht allzu bekannt). Das war nicht der Fall!

So haben sie also eine plattdeutsche Version des Liedes aufgenommen, weil der plattdeutsche Text bei denen, die das Leid kannten, ebenfalls sehr präsent war; tatsächlich war eine der ersten Fragen: "Wollt ihr das auf Hochdeutsch oder auf Platt machen?". Die weitere Idee, einen Rap-Teil mit in das Lied einzubinden, um es auch auf diese Art bis ins Heute klingen zu lassen, war dann erstmal doch zuu ambitioniert; weil dieser Rap-Teil von Christopher Hislcher aber so mitreißend war, haben wir ihn gebeten, daraus einen kompletten und eigenständigen Bad-Bramstedt-SOng zu produzieren - "Bramstedt ruft!".

Schliesslich wurde noch eine Instrumentalversion veröffentlicht, die für viele Anlässe benutzt werden kann; zu Tanzen, Mitsingen, Wegräumen...

In diesem Sinne: So lang der Wind weht und Hahn kräht, möge das "Bramstedt Lied" und unsere Version sich in der Stadt und darüber hinaus verbreiten! Und wir sind gespannt darauf und lauschen mit großen Ohren, wo und wie das Lied in Zukunft erklingt und wer es singen wird.

...und vielleicht entsteht ja eines Tages doch noch Ihr Feature über das Alte Waldbad.

Die CD ist bei uns im Jugendzentrum und im Tourismusbüro von Bad Bramstedt für 6,-€ erhältlich.